Merle: Wie waren die Tage vorm Start für dich?

Torben Bies: Die Tage vorm Start verliefen leider etwas chaotisch. Es gab leider mehr Probleme wie gedacht, aber das Team konnte jedes Problem lösen. Wir haben uns am letzten Abend noch mal bei der Besprechung auf das Projekt eingeschworen, dass wir alle füreinander alles geben, dass es auch mal hitzige Situationen geben wird untereinander, aber das gehört bei so einem Rennen dazu. Letztendlich keinen falschen Stolz zeigen. Wir versuchen es so zu timen, dass wir die maximale Performance rausholen können fürs Team. So sind wir dann auch heute Morgen an den Start gegangen.

Merle: Und wie war es dann, mit allen Teammitgliedern am Start zu stehen?

Torben: Sehr geil. Wir haben davor noch das Team „No Limits“ (das einzige weitere 8ter Team) wieder getroffen, war ein netter Austausch, gegenseitig Glück gewünscht, genauso wie das deutsche Frauenteam, ein Viererteam. Um 12:12 Uhr Ortszeit erfolgte der Start, mit allen 8 Mann fährt man erstmal geschlossen an der Pier lang und nach 800 Metern sind dann 6 Mann stehen geblieben und ich und Malte haben die erste Etappe in Angriff genommen. Darunter ist eine 10 km neutrale Zone, in der wir niemanden überholen dürfen. Nach 4 Kilometern hatten wir schon die Teams vorher aufgefahren, aber wir durften ja nicht überholen. Wir haben dann noch ein bisschen geplaudert mit dem brasilianischen Team und mit dem Vierer-Frauenteam und sind mit denen sozusagen zusammen an den Wechselpunkt oder eher gesagt die Wechselzone zum freien Rennen gefahren. Da wird man aber noch mal angehalten, damit dieser Abstand von ca. 4 Minuten, mit welchem wir gestartet sind, so ungefähr wieder eingehalten wird. Wir haben ein bisschen unseren Charme spielen lassen und konnten, glaube ich, einen Tick eher los.

Merle: Wie war der erste Streckenabschnitt für euch?

Torben: Nach der Wechselzone konnten Malte und ich das Rennen auch endlich richtig eröffnen. Da wir nur eine 4-Stunden-Schicht haben zu Anfang, damit wir in die Rotation der Teams reinkommen, durften ich und Malte ein bisschen überziehen von den Werten her und haben das auch ganz gut gemacht. Mit uns sind noch Matthias und Ralf gefahren. Die haben jetzt allerdings eine 13-Stunden-Schicht und sind jetzt noch weiter unterwegs. Wir wurden abgelöst von Benny und Leif.
Wir waren 7 Minuten vor der errechneten Zeit am Wechselpunkt, also sind voll auf Kurs. Die Strecke ist landschaftlich wundervoll. Bei der letzten Abfahrt zum Wechselpunkt hatte Ralf min. 94km/h drauf (->Topspeed 109 km/h). Wir können über das GPS-Tracking jeden einzelnen Radfahrer verfolgen, falls dem irgendwas passiert und wir reagieren müssen.

Merle: Wie ist die aktuelle Stimmung?

Torben: Das Team, auch die Crew, ist super motiviert. Alles läuft Hand in Hand. Wir sind jetzt mit Arne und Torge im Wohnmobil unterwegs und haben Pause bis zum nächsten Einsatz. Das macht einfach Spaß. Wir sind on fire, alle sind heiß.

Merle: Liegt dir noch etwas auf dem Herzen?

Torben Bies: Grüße in die Heimat, vielen Dank für die ganze Unterstützung. Also hier steht kein Handy still, überall kommen Nachrichten rein. Für die Spenden riesengroßen Dank, das motiviert zusätzlich ungemein.

Merle: Vielen Dank für deine ersten Worte, viel Erfolg weiterhin und schöne Erholung.