ren Sönksen: Das Rennen ist gestartet. Für dich als Team-Captain, wie fühlt sich das an?

Lars Thomsen: Ja, aktuell hat das Rennen ja schon gestartet. In den letzten Tagen, seitdem wir aufgebrochen sind, ist schon so einiges passiert. Das fühlt sich auch so an, als wenn es schon ewig lang her ist, denn wir haben uns ordentlich ins Zeug gelegt, um alles Wichtige gut vorzubereiten.

Sören Sönksen: Ja, erzähl mal. Hat das alles geklappt? Habt ihr alles vorbereiten können?

Lars Thomsen: Ja, wir hatten verschiedene Schwerpunkte. Also, die Radfahrer haben sich, als wir ankamen, natürlich erstmal darum gekümmert, ihre Räder aufzubauen, haben auch schon mal die ein oder andere Probefahrt gemacht. Es waren auch noch Verbesserungen an den Rädern notwendig, wofür noch das ein oder andere Mal ein Radladen aufgesucht werden musste. Und die Crewmitglieder haben sich darum gekümmert, Fahrzeuge zu bekleben mit Aufklebern vom Veranstalter, aber auch mit unseren Goldsponsoren. Das ist richtig schick geworden. Und ansonsten haben sich die Crewmitglieder auch noch um die Technik in den Fahrzeugen gekümmert, ansonsten das Regelwerk noch mal durchgelesen. Das hat alles richtig gut geklappt, würde ich sagen.

Sören Sönksen: Ja, cool. Also man ist immer wieder überrascht, was alles so für Herausforderungen auf einen zukommen, oder? Ist bei euch alles nach Plan verlaufen?

Lars Thomsen: Herausforderungen hatten wir sicherlich genügend. Also vorrangig fällt mir das Thema der Höhe der der Racecars ein. Dort werden ja von hinten der Länge nach die Räder reingestellt, und die Racer haben die Auflieger drauf, wo sie sich drauf abstützen, und da entstehen manchmal ganz schön hohe Räder, die dann teilweise nicht in die Racecarsreingepasst haben. Dazu musste einiges demontiert werden von den Autos, aber ich denke, jetzt ist alles gut.

Sören Sönksen: Ja, das muss man zugeben, diese krassen Cockpits, die bringen ganz schön Länge und Höhe mit sich. Wir sind ja auch alles große Jungs und eigentlich sind die Autos nicht mitgewachsen. Das erlaubt der Veranstalter ja auch nicht offiziell.
Und jetzt mal Mal aus dem Nähkästchen, war die Stimmung wirklich gut oder gab es auch mal ein paar Reibungen?

Lars Thomsen: Ich habe ausschließlich gute Stimmung erlebt. Also alle kannten ihre Aufgaben, jeder hat mit angefasst. Wir haben auch neben der Arbeit Teambuilding-Maßnahmen vollzogen, die sich durch morgendliche Sportaktivitäten ausgezeichnet haben. Abends haben wir gemeinsame nette Abendessen gehabt, bei denen wir dann das Tagwerk betrachtet haben, To-do-Listen abgehakt haben und eben den nächsten Tag schon geplant haben. Ich würde die Stimmung durchgehend als harmonisch bezeichnen.

Sören Sönksen: Genauso habe ich es auch empfunden. Jetzt sag mal, wo hat es am meisten gekniffen? Was war die größte Herausforderung in den letzten Tagen?

Lars Thomsen: Also in Summe muss man einfach sagen, das Thema Zeit. Also das ist unheimlich schwer nachzuvollziehen, wenn man aus Deutschland kommt, wie schwierig es teilweise ist, kleinste Aufgaben, für die man wenig Zeit ansetzen würde, zu erledigen. Weil man vor große Herausforderungen gestellt wird, was den Dienstleistungssektor in Amerika betrifft. Und das Thema Verkehr. Wir mussten mehrmals nach Los Angeles fahren. Der ganze Verkehr der ganzen Westküste zieht sich hier auf einer Perlschnur entlang. Und da haben wir zum Beispiel, um das Wohnmobil zu holen und auch in das andere Wohnmobil noch andere Fahrer eintragen zu lassen, mit 7 Personen schnell mal 6 Stunden gebraucht. Und das ist ein halber Tag, an dem sonst nichts passiert.

Sören Sönksen: Ihr seid ja insgesamt 17 Personen. Wie stelle ich mir die Versorgung sonst so vor?

Lars Thomsen: Ich habe ja das Thema Zeit erwähnt, das ist der kritische Faktor. Deshalb ist es ziemlich gut, wenn wir was zum Essen holen. Und dann haben wir gemeinsam am Pool oder im Stehen dann auch mal einen Burger reingeschoben, um dann schnell weitermachen zu können.

Sören Sönksen: Stelle ich mir schon witzig vor, wenn man in so einen Laden kommt und erstmal 50 Burger bestellt. Guckt da einer komisch oder ist das in den USA normal?

Lars Thomsen: Die machen dann ihr Ding, das ist glaube ich nichts Außergewöhnliches. Aber die Frischetheke muss dann erstmal wieder aufgefüllt werden bei dem Subway, wenn sie uns bedient haben.

Sören Sönksen: Was war bisher dein bester Moment in USA? Also auf dieser Tour?

Lars Thomsen: Naja, dass wir schon gestartet sind. Das ist natürlich ein großer Meilenstein. Aber auch schon vorher kleine Meilensteine, wenn dann die Fahrzeuge fertig sind, wenn die Internetversorgung auf den Fahrzeugen grundsätzlich erstmal funktioniert. Das sind viele kleine Meilensteine.

Sören Sönksen: Ist jetzt eine gewisse Last von dir abgefallen? Kannst du jetzt schon nach vorne gucken und dich auch richtig aufs Rennen freuen, oder bist du noch angespannt?

Lars Thomsen: Definitiv, jetzt geht’s richtig los. Jeder weiß, was zu tun ist, alle Baustellen sind beseitigt. Wir (das WoMo 1) treten relativ spät ins Rennen ein, erst heute Abend. Von den anderen haben wir auch schon Zwischenupdates bekommen, dass alles reibungslos funktioniert. Jetzt haben wir Spaß.

Sören Sönksen: Wir haben alles getan, was wir konnten. Jetzt müssen die Racer zeigen, dass sie was drauf haben. Wir brauchen das Glück, wenig Pech zu haben, und dann kommen wir relativ schnell rüber nach Atlantic City. Im besten Fall unter 5 Tagen, oder?

Lars Thomsen: So ist es. Daran arbeiten wir jetzt noch mal 5 Tage – und das wird gut.

Sören Sönksen: Alles klar, vielen Dank, Lars.

Lars Thomsen: Sehr gut, bis dann.