Merle: Wie war die erste Nachtschicht für euch?
Leif Johannsen: Wir sind um 16 Uhr ungefähr gestartet und durch die Wüste gefahren. Dahaben wir über 40 Grad gehabt, einige Körner gelassen und eine Menge geschwitzt. Dann wurde es abends ein bisschen kühler und angenehmer. Es war eine der längsten Schichten, dementsprechend war nachher bei Benni und mir die Luft raus.
Merle: Was konntet ihr für Zeiten erzielen? Habt ihr da schon Überblick, wie schnell ihr gefahren seid?
Leif Johannsen: In der Wüste war das tatsächlich so, dass man gar nicht seine Wattwerte fahren konnte, weil ja der Puls extrem hoch war durch diese Hitze. Da sind wir ein bisschen langsamer gefahren, also da sind wir sehr schnell gefahren, aber weniger Watt gefahren. Grundsätzlich waren wir zwischenzeitlich auf jeden Fall 25 Minuten vor unserem Zeitplan. Jetzt haben wir gerade an Torben und Malte übergeben und waren laut meinen Berechnungen 21 Minuten vor dem Zeitplan. Die werden wir wahrscheinlich auch brauchen, weil in Kansas leichter Gegenwind vorausgesagt ist. Ansonsten hat man zwischendurch mal ein Tiefdurchlebt.
Merle: Warum ein Tief durchlebt?
Leif Johannsen: Wegen der Dunkelheit. Wir sind durch die komplette Nacht gefahren, bis es hell wurde. Als die Sonne aufging, wurde es auch besser. Am Berg haben wir dann auch 5-Minuten-Wechsel gemacht mit Musik, das hat natürlich dann noch mal richtig gepusht. Die letzten Turns sind wir auch mit ein bisschen mehr Intensität gefahren, weil der Wechsel ins Wohnmobil abzusehen war. Jetzt können wir uns hoffentlich ein bisschen ausruhen. Wir haben jetzt ungefähr noch 4,5 Stunden mit dem Wohnmobil zu fahren bis zu unserem nächsten Wechsel, der hier Ortszeit 19 Uhr ist. Dann geht’s für uns weiter und jetzt kriegenwir hoffentlich erstmal ein paar Stunden Schlaf irgendwo auf dem Parkplatz.
Merle: Gab es ein besonderes Highlight auf eurer Etappe?
Leif Johannsen: Als die Sonne untergegangen ist und die Temperaturen besser wurden. Da sind wir durch die Sonora-Wüste gefahren. Eine Sandwüste, wie man sie sich so vorstellt. Davon haben wir auch ein richtig cooles Video bei Instagram hochgeladen, also da auch unbedingt mal vorbeischauen. Das war mega. Und wie gesagt, die kurzen Bergetappen, wo wir uns hochgepusht haben und ich durfte zwei sehr lange Abfahrten fahren, was mir sehr viel Spaß gebracht hat. Da bin ich mit 80-90km/h runtergefahren. Das bringt einfach Spaß.
Merle: Benni, hast du noch ein persönliches Highlight für mich? Oder ein Lowlight?
Benni Haas: Ein Highlight? Ralf hat mir mit Lichtschutzfaktor 70 den Nacken eingecremt. Low Light war, er hat schwarze Haare am Nacken entdeckt und wollte sie nicht rausziehen. Spaß. Also wie Leif gerade schon sagte. Als die Dunkelheit kam, ging die Energie ein bisschen flöten. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist halt so. Dann ständig zu essen, fällt ganz schön schwer. Wenn die Sonne wieder rauskommt und es langsam heller wird, kommt die Energie wieder zurück. Die Stimmung ist mit dem Sonnenaufgang auch echt gestiegen. Dann ging es auch hoch auf 1700 Meter – da wird die Luft dann schon auch ein bisschen dünner. Also es fällt dann nicht unbedingt leichter, die Leistung zu bringen.
Merle: Dann jetzt schnell erholen und beim nächsten Stint genau so durchpowern! Gute Nacht Jungs!


