Merle: Moin Ralf! Dieses Interview ist ein bisschen anders, weil ihr gestern nach eurem Einsatz direkt zu Bett gegangen seid, weil ihr so erschöpft ward. Deswegen kommen hier jetzt Aussagen eines erholten Radfahrers, oder? Wie fühlt ihr euch jetzt?
Ralf Petersen: Ja, letzte Nacht konnte ich endlich mal ein paar Stunden schlafen. Das war in der Nacht davor leider nicht der Fall. Jetzt hab ich gerade etwas gefrühstückt und mir geht’s echt gut. Ich würde sagen, wesentlich besser als gestern Morgen.
Merle: Und wie seid ihr gestern ins Rennen gestartet?
Ralf Petersen: Gestern gab es ja das Problem mit der gesperrten Straße. Das hat unseren Start noch mal ein bisschen hinausgezögert, weil wir davon ausgegangen waren, dass die Ablöse ein bisschen früher stattfindet. Ansonsten haben wir halt versucht, ganz normal unseren Stiefel durchzuziehen und weiterzumachen. Wie am ersten Tag versuchen wir, unsere Werte zu fahren und das Beste zu geben.
Merle: Und wie hat das geklappt? Habt ihr eure Werte einhalten können? Was für Geschwindigkeiten hattet ihr drauf?
Ralf Petersen: Ich glaube, Matthias ging es gestern wesentlich besser. Ich hatte leider in der Nacht davor wenig bis gar nicht schlafen können. Ich weiß auch nicht genau, woran das lag, vielleicht ein bisschen an der Aufregung. Deswegen hatte ich gestern erst mal einen schwierigen Tag, zumindest die ersten Stunden. Irgendwann ging das dann auch wieder.
Merle: Ihr seid von Flagstaff nach Durango gefahren. Wie war die Strecke?
Ralf Petersen: Das Beeindruckendste gestern war definitiv das Monument Valley. Das wird mir noch sehr, sehr lange in Erinnerung bleiben. Das ist eine unglaubliche Landschaft gewesen. Da Radfahren zu dürfen, war einfach unglaublich. Ich hatte während meiner Fahrten einfach nur ein großes Grinsen im Gesicht. Und obwohl es 35 Grad waren, hatte ich einfach Gänsehaut-Feeling. Das war unbeschreiblich. Also das wird mir noch lange, lange in Erinnerung bleiben. Und weiß nicht, ob dieses Erlebnis die nächsten Tage von irgendwas noch getoppt werden kann. Einige Bilder, die sprechen für sich. Wirklich dort gewesen zu sein, das abgefahren zu sein, das war einfach großartig. Und da kam dann auch irgendwie die Power wieder in die Beine zurück. Also schon beeindruckend, wie der Körper dann doch funktioniert.
Merle: bis auf dass der Start schwierig war? Gab es in eurem Stint noch etwas blödes, bis auf der Start?
Ralf Petersen: Auf die Startschwierigkeiten kam am Ende natürlich noch die Müdigkeit dazu. Da hatten wir uns schon sehr darauf gefreut, auch dass unser Stint irgendwann ein Ende genommen hat und wir direkt gut in den Schlaf gefunden haben.
Merle: Ihr startet also jetzt motiviert in die nächste Schicht?
Ralf Petersen: Ja! Wir fahren gerade den Wolf Creek Pass mit dem Wohnmobil ab. Ich habe eben versucht, Müsli dabei zu essen. Das war die erste Schwierigkeit, aber es hat funktioniert. Jetzt fahren wir gerade das ab, was die Jungs in den letzten Stunden abgefahren sind, um halt rechtzeitig zum Wechselpunkt zu kommen. Sind schon beeindruckende Wege und auch die Abfahrt hat es in sich. Das sieht alles sehr beeindruckend aus.
Merle: Dein Grinsen hast du auf jeden Fall immer noch im Gesicht.
Ralf Petersen: Ich freue mich auch heute auf den Tag. Ich habe das Gefühl, jetzt wieder neue Energie durch den Schlaf gefunden zu haben. Und ja, richtig Lust auf die dritte Schicht.
Merle: Das ist sehr gut, dann ganz viel Spaß!
Ralf Petersen: Danke, ciao.


