Merle: Hallo Ralf. Konntet ihr schlafen im fahrenden WoMo?
Ralf Petersen: Eher schlecht. Also ich freue mich gleich noch auf ein bisschen Standzeit. Und da bin ich nicht der Einzige, wir alle hier, und erst recht unsere beiden Fahrer, sind ganz schön müde. 2 Stunden schlafen wäre schon ein Traum.
Merle: Laut dem Plan war euer letzter Stint von Kim in Colorado bis El Dorado in Kansas 615 km lang. Wie war das?
Ralf Petersen: Es war viel, viel und lange geradeaus. Und es hat sich auf jeden Fall nach 615 km angefühlt, wenn nicht noch länger.
Merle: Und da war die größte Herausforderung der Wind, oder womit hattet ihr zu kämpfen? Mit der Einöde des Geradeausfahrens? Mit den Temperaturen?
Ralf Petersen: Ich würde sagen, eine Kombination aus allem, aber hauptsächlich der Wind. Und das Wissen, dass man mit anderen Geschwindigkeiten gerechnet hatte, um den Streckenrekord zu schaffen. Wir wissen auch alle, bei Gegenwind können wir nicht dieGeschwindigkeiten erreichen. Das zermürbt auf Dauer, vor allem wenn es landschaftlich auch nicht abwechslungsreich ist. Und wenn das über so viele Stunden geht, ist das mental schon eine Herausforderung.
Merle: Macht es denn trotzdem noch Spaß?
Ralf Petersen: Im Großen und Ganzen ja, auf jeden Fall. Alleine würde ich das auf gar keinen Fall machen, aber in diesem Team hier würde ich das immer wieder machen wollen.
Merle: Das war aber eine süße Liebeserklärung.
Ralf Petersen: Doch, doch, das ist es. Jeder auf seine Weise, aber alles in allem macht es doch sehr, sehr viel Spaß.
Merle: Wie fühlen sich eure Beine an?
Ralf Petersen: Die wollen weiterdrehen. Wir haben jetzt 3 von vermutlich 5 Schichten hinter uns. Besonders die letzte Schicht war sehr zehrend und bin gespannt, was die Beine gleichhergeben. Einfach alles geben. Das Ende ist ja quasi abzusehen.
Merle: Gab es trotzdem etwas Gutes auf eurer Strecke?
Ralf Petersen: Der Moment, als der Gegenwind nachgelassen hat. Das hat gut getan, weil man endlich wieder Geschwindigkeit aufnehmen konnte. Wieder mehr Meter zu machen, war sehr motivierend. Und jeder Teamwechsel. Wenn neue, frische Leute reinkommen, weht auch gleich wieder ein neuer Wind. Das hilft immer wieder der Motivation.
Merle: Was konntet ihr für Geschwindigkeiten fahren, als der Wind nachgelassen hat?
Ralf Petersen: Je nach Streckenabschnitt waren es auf jeden Fall wieder deutlich über 40 km/h, was vorher mit dem Gegenwind nicht machbar war.
Merle: Das klingt gut. Dann wünsch ich euch noch eine erholsame Standzeit.
Ralf Petersen: Danke. Ich freue mich auf noch ein paar Stunden Schlaf und dann heißt es „Ab in die vierte Schicht und das Beste geben!“


