Project Description

RACE ACROSS EUROPE

Idee:

In 2019 starteten wir mit einer 4er Staffel beim Race across Germany von Flensburg nach Garmisch mit dem Ziel den im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord zu unterbieten. Nach 32 Stunden und 41 min wilder Fahrt unterboten wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34 km/h den Rekord um 9 min.

Auf der Rückfahrt vom Garmisch brachte uns der hart erkämpfte Streckenrekord auf eine neue verrückte Idee. Der logische nächste Schritt musste ja der Versuch eines weiteren und noch größeren Erfolgs sein. Das Race across Europe hatte seit 2018 einen neuen Streckenrekord durch eine 8er Staffel der „The Steve Prescoott Foundation“, die diesen über 4.700 km mit unglaublichen 60.000 Höhenmeter in 6 Tagen und 19 Stunden bei durchschnittlich 29,5 km/h aufgestellt hat.

Wir gründeten eine neue Whats-App-Gruppe „RAE 2021“ mit den 8 stärksten Radfahrern des SV Enge-Sande (SVE) und stellten lediglich den Link zur Website vom Race across Europe in die Gruppe.

Planung:

Über fast ein Jahr gab es keinen einzigen Kommentar in der Gruppe. Im Juni 2020 rief Sören dann jeden einzelnen aus der Gruppe an und klopfte das Interesse für einen Start in 2021 ab. So stand die Gruppe schnell fest und es gab das erste Planungstreffen. Planung der Kosten, der Fahrzeuge, der Unterkünfte, der Sponsoren und der Öffentlichkeitsarbeit waren notwendig, aber auch eine Rennstrategie und ein Zeitplan musste erstellt werden. Über eine durch Holger erstellte Exceltabelle mit allen GPS-Wegpunkten der Strecke, Leistungs- & Aerodynamikannahmen sowie dem Gewicht der einzelnen Fahrer konnten so die beste Einteilung der 8 Fahrer auf der Strecke ermittelt werden. Weiter haben wir dadurch ein Plan bekommen, wann wir erwarten einen Streckenabschnitt zu erreichen.

Training:

Neben dem bewährten Radtraining beim SVE wurde ein zusätzliches Intervalltraining initiirt. Im Winter haben wir uns alle steuerbare Rollentrainer zugelegt, mit denen wir uns virtuell auf Zwift zum Training „getroffen“ haben. In einer nicht enden wollenden Pandemie hat uns das zumindest noch virtuell zusammengehalten. Durch die Rennabsage in 2021 durften wir nun auch noch einen zweiten Winter zu Hause schufften und haben uns sogar noch an einer virtuellen Rennserie beteiligt.

Im Frühjahr 2022 durften einige von uns sogar eine Woche nach Mallorca ins Trainingslager und dort schon mal einige Kilometer und Höhenmeter sammeln. Zu Hause in Nordfriesland werden am Wochenende gemeinsamen 100 km Trainingsrunden absolviert und die Leistungstest aus dem Winter beim Zeitfahren in Schwesing überprüft.

Strategie:

Wir planen mit 4 Fahrzeugen mit jeweils 2 Radfahrern und 2 Autofahrern zu starten. Jedes Auto begleitet ca. 8 Stunden einen seiner beiden Radfahrer. In der Regel fährt das Auto ca. 45 min hinter dem Radfahrer, dann überholt das Auto und fährt 10 min vor um den Wechsel der Radfahrer vorzubereiten. Der im Auto ruhende Radfahrer steht somit bereit, wenn der aktive Radfahrer ankommt und beschleunigt kurz vor Ankunft auf Renntempo, so dass der Tracker „fliegend“ wie ein Staffelholz übergeben wird.

Nachdem die für 8 Stunden geplante Strecke abgeradelt wurde, wartet beim letzten Wechsel der erste Radfahrer des zweiten Fahrzeugs, welches den Tracker für die nächsten 8h übernimmt.

Nach 8 Stunden Rennauftrag hat das Auto bzw. die beiden Radfahrer für die nächsten 24 Stunden frei, in denen die 3 anderen Fahrzeuge ihren Auftrag übernehmen. In diesen 24 „freien“ Stunden müssen die Insassen vernünftigen Erholungsschlaf finden und die Strecke der anderen 3 Fahrzeuge (700 – 800 km) aufholen bzw. vorfahren.

Jedes Fahrzeug bekommt ein Höhenprofil für jede für die beiden Radfahrer geplanten 8 Stunden Abschnitte. Anhand dieser Höhenprofile kann jedes Fahrzeug bzw. jedes Radfahrer-Duo ihre Wechselstrategie individuell planen. Das Verhältnis von Leistung zu Körpergewicht (Watt/kg) entscheidet darüber welcher Fahrer an den Anstiegen schneller und damit besser fürs gesamte Team ist.

Zusätzlich ist es in der Regel sinnvoll auf einer Erhöhung zu wechseln, damit der erholte Radfahrer den technisch anspruchsvolleren Part der Abfahrt übernehmen kann.

Sollte die Gesamtzeit bzw. der Streckenrekord auf den letzten 800 km in Gefahr sein, werden alle Fahrzeuge miteinander ins Rennen aufgenommen und die Radfahrer nach ihren Stärken auf deutlich kürzere Strecken eingeplant.

We will see, how it works!