Merle: Malte, wie war die erste Nacht? Konntet ihr euch erholen oder gab es Zwischenfälle?

Malte Dietz: Die erste Nacht war leider nicht so gut, war relativ kurz. Wir hatten auf dem Walmart-Parkplatz geparkt und hatten noch Besuch von der Polizei bekommen. Die wolltennach dem Rechten sehen und haben uns dann ans Wohnmobil geklopft- Das ist natürlich ein bisschen aufregend und schläft man nicht sofort wieder ein. Und von daher war die Nacht sehr kurz und leider nicht erholsam

Merle: Wie lange musstet ihr mit dem Auto hinterherfahren, bis ihr wieder ins Rennen starten konntet?

Malte: Wir waren so ca. zweieinhalb Stunden mit dem Auto vorgefahren und haben uns auf den Parkplatz gestellt, wo auch die Übergabe stattfinden sollte.

Merle: Ich habe gehört, ihr seid trotz dessen wieder mega stark ins Rennen gestartet und habt ordentlich in die Pedale getreten?

Malte: Ich muss sagen, der Tag war so ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt. Es ist erst mal nicht so gut losgegangen. Wir sind an eine Stelle gekommen, wo die Radfahrer geshutteltwerden, weil die Straße sich da auf eine Spur verengt. Das heißt, alle Fahrer gehen ins Racecar und fahren dann eine feste Strecke mit dem Auto. Und auf der Strecke gab es einen Waldbrand, weshalb die gesperrt war. Dann mussten wir einen Umweg nehmen, der natürlich mehr Zeit in Anspruch genommen hat als ursprünglich geplant. Das hat auf die Stimmung gedrückt, aber zum Glück sind Jan-Ove und Timo dann zu uns in Racecar gewechselt und haben uns alle wieder hochgepetert. Alle Probleme lösen wir zusammen, da kann man nur gute Laune bekommen, egal was passiert. Deswegen hingen wir zwischendurch hinter dem Zeitplan, haben dann aber richtig gezündet, richtig Gas gegeben und auch noch echt gut viel Zeit rausgeholt.

Merle: Wie seid ihr denn aktuell im Zeitplan?

Malte: Aktuell sind wir 30 Minuten davor.

Merle: Und erzähl, wie war die Strecke? Wo seid ihr lang gefahren?

Malte: Wir sind heute durchs Monument Valley im Bundesstaat Utah gefahren und das ist wirklich eine Augenweide. Es ist richtig cool. Das kennt man nur von Bildern und aus dem Fernsehen, aber da mal selber lang zu fahren, das ist wirklich einmalig. Das werde ich nie wieder vergessen. Natürlich ist es echt heiß und da wird man auch ordentlich von oben frittiert, aber das ist es allemal wert. Es macht natürlich auch Bock. Man ist schon fast verärgert, wenn das Racecar einen einsammelt, weil das so schön ist und es so Spaß macht, da lang zu fahren. Aber alle wollen fahren und deswegen haben wir trotzdem weiter durchrotiert.

Merle: Hattet ihr auch wieder Temperaturen bis 45 Grad?

Malte: So heiß war es nicht. Ich sage mal „nur 38 Grad. Aber wir hatten bisschen Wind von vorne, also es war schon eine kleine Heißluftfritteuse.

Merle: Wie viel von der gesamten Strecke habt ihr schon geschafft?

Malte: Wir sind jetzt in den ersten 24 Stunden 980 km gefahren. Also haben wir jetzt ungefähr 20% geschafft.

Merle: Ist noch alles heil, oder gab es Ausfälle bei Mensch und Technik?

Malte: Menschen haben gehalten. Wir hatten heute einen Plattfuß, den konnten wir aber relativ schnell beheben. Ansonsten *klopft auf Holz*, toi toi toi, noch keine größeren Ausfälle, keine größeren Pleiten, keine Pannen. Wir happy, dass es läuft.

Merle: Und wie sieht die Verpflegung aus? Gibt es Kohlenhydrate nur in flüssiger Form oder habt ihr auch einmal am Tag eine feste Mahlzeit?

Malte: Jeder hat da seine eigene Strategie, vor allem bei den Racern. Die einen mögen es lieber flüssig, die anderen fest. Bei mir gibt es hauptsächlich Energie in flüssiger Form und zwischendurch ein paar Riegel. Aber eigentlich stopft man sich alles in den Mund, was einen gerade so anlächelt. Milchreis hoch im Kurs, den mag ich zum Beispiel ziemlich gerne. Der geht auch gut zwischendurch und halt schnell runter. Es wird viel Cola getrunken, aber einmal am Tag wird auch was warmes gegessen. Heute gibt es Pizza, gestern gab es von Subway Sandwiches, je nachdem was schnell verfügbar ist.

Merle: Willst noch was loswerden? Das Ziel Streckenrekord steht noch, oder?

Malte: Ja, genau, wir sind auf Kurs Streckenrekord! Das motiviert natürlich und machtunfassbar Bock. Wahrscheinlich haben das die anderen auch schon gesagt, aber es ist echt faszinierend, wie alle füreinander arbeiten und an einem Strang ziehen. Das macht so viel Spaß, füreinander hier zu arbeiten, füreinander zu fahren. Der Vibe in der Truppe ist einfach unfassbar, es macht so viel Bock, es fühlt sich an wie so eine richtig schöne Klassenfahrt. Man vergisst fast, dass es auch weh tut Fahrrad zu fahren, weil es so viel Spaß macht. Und es bleiben echt nur die schönen Sachen im Kopf hängen. Ich freue mich schon auf morgen, auch wenn jetzt erledigt ist und die Beine wehtun. Ich habe Bock!

Merle: Ich muss sagen, die Stimmung bringt ihr auch rüber. Das macht so Spaß, euch dabei zuzugucken und von Zuhause aus mitzufiebern.

Malte: Wie gesagt, es ist einfach wahnsinnig, was hier so alles auf die Beine gestellt wird. Ich meine, niemand kriegt dafür Geld. Und das ist halt auch gut so, weil einfach alle ihr Herzblut in dieses Projekt stecken und so Lust und Bock haben. Ich bin echt dankbar, ein Teil davon sein zu dürfen.

Jan-Ove (Support): Noch mal zum Thema Vibe: Wir standen da bei knapp 38 Grad und man hatte Gänsehaut bei den Wechseln, weil das so gut geklappt hat. Also wirklich, das war eingeisteskrankes Gefühl.

Torben Biest: Und der Veranstalter guckt auch immer öfter auf uns und teilt unsere Beiträge. Die verfolgen ganz genau, ob wir diese „Sub-5-Days“ (unter 5 Tagen) schaffen. Das spricht für uns und unsere Mission!

Merle: Na dann, gute Erholung, Leute! Ruht euch aus, damit ihr morgen wieder so heftig in die Pedale treten könnt.

Malte: Vielen Dank!

 

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