Merle: Clemens, wie geht‘s?
Clemens Lange: Hammer gut. Gefühlt geht es in der Zeit aufwärts. Heute war die beste Schicht. Ich könnte nicht zufriedener sein.
Merle: Sehr cool! Mit welchen Werten habt ihr fahren können?
Clemens Lange: Ich hatte durchgehend ein richtig gutes Gefühl. Insgesamt bin ich 16 oder 17 Mal gefahren und konnte immer zwischen 320 und 330 Watt treten. Das ist genau der Bereich, den ich haben möchte und deswegen war das richtig geil.
Merle: Die Frage aller Fragen. Wie seid ihr im Zeitplan?
Clemens Lange: Heute Nacht, als wir aufgestanden sind, gab es einen kleinen Tiefschlag, weil wir von der Zeitstrafe gehört haben. Das war natürlich erst mal ein Dämpfer. Dann habenwir aber nach reichlich Rechnerei herausgefunden, dass man den Rekord doch noch schaffen kann, was zu noch mehr Motivation geführt hat. Wir haben jetzt am Ende 20 Minuten rausholen können, sodass wir ‚nur‘ noch bei einer Stunde Rückstand sind. Der Wind ist auch nicht mehr so blöd. Das heißt, die Jungs, die jetzt dran sind, könnten noch ein bisschen Zeit rausholen. Das stimmt einen natürlich sehr positiv.
Merle: War eure Stimmung sehr schlecht, als ihr von der Zeitstrafe gehört habt?
Clemens: Ich war schon ziemlich frustriert. Dann bin ich heute Morgen zusätzlich mit Kopfschmerzen aufgewacht, weil wir über Nacht die Fenster leider zu hatten. Ich hab dann einfach eine Ibuprofen genommen, viel getrunken und etwas gefrühstückt. Das war dann, sobald ich wieder auf dem Rad saß, wieder alles in Ordnung.
Merle: Dein Retter war also die Ibuprofen-Tablette und nicht die sauren Gurke wie bei Leif?
Clemens: Nee. Ich zieh das eigentlich so durch, wie ich das geplant hatte. Das meiste über Pulver, zwischendurch gibt es nochmal eine Cola oder Red Bull oder wie heute eine Pizza.
Merle: Wie war die Strecke?
Clemens Lange: Das war durch und durch eine richtig geile Schicht. Sehr wellig, viel hoch und runter. Ein Part war ziemlich doof. Da habe ich auch gesagt, dass ich nicht fahre. Deswegen hab ich zweimal oder dreimal ausgesetzt. Da sind wir über Autobahnen gefahren. Und direkt bei dem ersten Abschnitt ging es für meine Verhältnisse, ich bin nicht so ein guter Bergabfahrer, ziemlich steil runter. Bei Wind von der Seite auf der dreispurigen Autobahn und 75-80 km/h fing mein Vorderrad an zu flattern und da hatte ich schnell mit der Angst zu tun. Dann hat es einfach wenig Sinn gemacht, wäre ich weiter gefahren, weil wir dadurch nur Zeit verloren hätten. Das Stück hatten wir irgendwann überstanden, sodass ich auch noch malauf der Autobahn gefahren bin.
Merle: Seid ihr erholt in die Schicht gestartet?
Clemens Lange: Wir sind um 22 Uhr zu Bett und um 3.30 Uhr klingelte der Wecker. Natürlich schläft man nicht unfassbar gut in so einem Wohnmobil. Aber wir hat dann genug Zeit zu schlafen und grundsätzlich habe ich mich schon erholt gefühlt. Nach der ersten Radfahrt waren die Kopfschmerzen weg und die Beine waren auch gut drauf. Es war eine geile Schicht, kann ich gar nicht anders sagen. Wenn es morgen so weiter geht, kann das was werden.
Merle: Was war das Beste an der Schicht?
Clemens Lange: Ich glaube, die Werte, die ich fahren konnte und das Gefühl dabei. Das Schlechteste war die Autobahn. Das war unterfassbar kacke.
Merle: Du sprachst den Wind vorhin schon mal an. Fällt er euch noch sehr zur Last?
Clemens Lange: Der Wind dürfte jetzt ein bisschen nachgelassen haben. Der stand zuletzt auch ganz okay. Wenn so weitergeht, bin ich guter Dinge.
Merle: Das tut gut, das zu hören. Erholt euch gut!
Clemens: Ganz lieben Dank!


