Merle: Wie geht’s?
Ralf Petersen: Tatsächlich interessanterweise ganz gut. Also muskulär wird es immer schwieriger, aber leistungsmäßig geht es mir momentan von Tag zu Tag besser. Aber schauen wir mal.
Merle: Finde ich total witzig. Die anderen haben zuletzt auch gesagt, dass die Schichten immer besser werden.
Ralf Petersen: Vielleicht auch, weil man sich einfach keine Reserven mehr aufspart. Jetzt zählt’s.
Merle: Wie lang war eure Schicht?
Ralf Petersen: Ist immer schwierig zu sagen wegen der Zeitverschiebung. Lass mich kurz rechnen. Ich meine, etwas über 13 Stunden.
Merle: Hattet ihr mit Müdigkeit zu kämpfen? Was ist eure Geheimwaffe gegen Müdigkeit?
Ralf Petersen: Die gute Laune im Night–Race–Car, würde ich sagen, war schon der wesentliche Faktor. Klar haben wir noch koffeinhaltige Getränke und zur Not auch mal eine Tablette, falls man Cola etc. nicht mehr sehen kann. Aber hauptsächlich die gute Laune, gegenseitige Motivation und der Spaß dabei, sich wehzutun.
Merle: Und wie war die Strecke?
Ralf Petersen: Am Anfang doch ein bisschen hügelig, aber auch so, dass man den ein oder anderen Anstieg mit Schwung mitnehmen konnte. Ja, und gegen späteren Verlauf hatten wir doch noch teilweise mal flachere Strecken dazwischen, wo man auch mal wieder gut Geschwindigkeit aufnehmen konnte, also deutlich schneller als ein 40er-Schnitt.
Merle: Was war mit deinem Schuh los? Was musstest du kleben?
Ralf Petersen: Nee, ich musste gar nichts kleben. Aber Benny, der Meister des Aerotapens, meinte, dass ich dadurch noch ein paar Watt sparen könnte, wenn ich die eine Kante von meinem Schuh noch abtape. Und wir wollen ja nichts unversucht lassen.
Merle: Ist es deutlich anstrengender in den stärker zivilisierten Gebieten zu fahren?
Ralf Petersen: Finde ich nicht. Mental fand ich die relativ verlassenen Gegenden schwieriger, weil es einfach sich landschaftlich so gar nichts getan hat. Und hier ist doch tatsächlich echt viel los. Man sieht hier ganz unterschiedliche Menschen. Zum einen wird man angefeuert, zum anderen noch mal angehupt. Das ist schon echt spannend. Wir hatten heute Vormittag auch einen sehr ambitionierten Fan, will ich ihn mal nennen, der uns ein Stückchen begleitethat. Der kam einfach mit dazuvin seinem Pickup, hat Aufnahmen gemacht und war sehr, sehr gut gelaunt. War schon echt cool, jemanden zu sehen, den unser Projekt wirklich so begeistert. Klar, gibt es wahrscheinlich genug auch bei uns zu Hause, die ähnlich mitfiebern, aber so jemanden dann noch mal live vor Ort zu haben, war schon cool. Eine interessante Begegnung auf jeden Fall.
Merle: Und worauf freut ihr euch jetzt?
Ralf Petersen: Auf die nächste Schicht, ne? Einfach noch mal alles zu geben, gucken, was der Körper hergibt. Und natürlich zu schauen, ob der Streckenrekord auch noch drin ist.
Merle: Die Antwort wollte ich hören! Sehr cool. Erholt euch gut.
Ralf Petersen: Danke!


